| Die Geschichte der Feuerwehr Gerolstein |
| Geschrieben von Dennis Stadler | |
| Montag, 24. März 2008 | |
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In der Chronik zum 70. Stiftungsfest der Feuerwehr Gerolstein berichtet Dr. Batti Dohm über verheerende Brandkatastrophen, die in den Jahren 1694, 1708 und 1784 den Flecken jeweils fast völlig zerstörten. Die Einwohnerzahl war infolge dieser Brände zeitweise auf weniger als 500 gefallen.
Die verkehrstechnische Erschließung der Eifel durch den Bau der Eisenbahnstrecke Trier - Köln läutete auch in unserer Heimat das Industriezeitalter ein. Immer mehr „Sommerfrischler“ und Geschäftsreisende führte es nun auch nach Gerolstein. Fast selbstverständlich war es dann, das einige dieser Geschäftsleute sich in Gerolstein niederließen und neue Unternehmen gründeten. Die Gemeinde Gerolstein wuchs allmählich über ihre einst engen Grenzen hinaus.
Der Mann, der die Zeichen des neuen Zeitalters und die damit verbundenen Vorteile, aber auch die Gefahren erkannte, war Jakob von Breiten-Landenberg. Er war Besitzer des Hotels „Zur Post“ und hatte die Post und eine Fuhrhalterei. Auf seine Initiative hin rief der Bürgermeister im Jahre 1882 zur Gründung einer Feuerwehr auf. Das Interesse war unerwartet groß; an der Gründungsversammlung im Hotel „Zur Post“ nahmen 40 Männer teil, die sich zur Freiwilligen Feuerwehr Gerolstein zusammenschlossen.
Der Initiator konnte die Führung der neu gegründeten Feuerwehr selbst nicht übernehmen, da er auf Grund seiner umfangreichen Erwerbstätigkeiten sehr in Anspruch genommen war. Zum ersten Oberbrandmeister der Feuerwehr Gerolstein wurde Friedrich-Wilhelm Cremer, genannt Schmidtbach, gewählt. Dr. Batti Dohm bezeichnete „Schmidtbachs Willem“ in seiner Chronik als „eine der markanten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts“. Schmidtbach war Landwirt und zugleich Ortsvorsteher; sein Hof lag auf Sarresdorf.
Schon ein Jahr nach ihrer Gründung wurde die Feuerwehr auf eine harte Probe gestellt. Am frühen Morgen eines Sommertages bliesen die Hornisten Feueralarm. Die Schule stand in Flammen. Durch den glücklichen Umstand, dass sich das Gerätehaus der Feuerwehr bei der Schule befand war es zu verdanken, dass die Feuerwehr den Brand bald eingedämmt hatte und ein Übergreifen auf andere Gebäude des dicht bebauten Stadtkerns verhindert werden konnte. Der erste große Einsatz zeigte, dass die Wehr nach einem Jahr bereits gut organisiert und ausgerüstet war.
Bereits 1887 gab Schneider sein Amt an den Tierarzt Wulf ab. Die Bedenken, die in der Wahl des Akademikers zum Wehrführer gesehen wurden, konnte Wulf schnell entkräften. Tierarzt Wulf legte sehr großen Wert auf eine gute Ausbildung seiner Mannschaft. Er war in seinem Pflichtbewusstsein und in der Verantwortung gegenüber dem Nächsten ein Vorbild für jeden Feuerwehrmann. Die Amtszeit von Wehrführer Wulf endet 1890 wegen seiner Versetzung. Ein geeigneter Nachfolger konnte zunächst nicht gefunden werden. Die Wehr drohte daran zu zerbrechen. Schließlich fand sich in Josef Krahe ein Mann, der dieser verantwortungsvollen Aufgabe auf Grund seines Berufes als Kreisbaumeister völlig gerecht wurde. Er gab der Wehr den notwendigen inneren Zusammenhalt und ihre alte Schlagkraft zurück. Die Führung der Wehr jedoch gab er bereits nach einem Jahr an den Oberbrandmeister Brunner, Apotheker von Beruf, ab.
Aus der Amtszeit von Wehrführer Brunner ist eines der größten Schadensfeuer in der Geschichte der Wehr überliefert. In der Neujahrsnacht des Jahres 1893 kam es zu einem Großbrand auf dem Gelände des neugegründeten „Gerolsteiner Sprudels“. Die extreme Kälte verlangte den Wehrleuten das Letzte ab. Ein großer Teil der Helfer hatte Erfrierungen erlitten. Die Löscharbeiten wurden durch zufrierende Schläuche erheblich erschwert.
Wenige Wochen nach diesem Ereignis
verstarb Wehrführer Brunner. Nach nur 2 Jahren war die Feuerwehr wieder ohne Führung. Ein Nachfolger war diesmal allerdings
schnell gefunden. Aufgrund sei
Mit Matthias Heck setzte sich die Reihe der Gastronomen als Wehrführer fort. Er führte die Wehr von 1895 bis 1900. In diese Zeit fiel ein besonderes Unglück: In der Nacht zum 19.05.1897 ereignete sich bei Pelm ein schwerer Eisenbahnunfall. Ein mit Reservisten besetzter Zug trennte sich auf der Gefällstrecke in der Nähe des Schlossbrunnen in zwei Teile. Nach- dem der erste Teil zum Stehen gebracht wurde, prallte der zweite Teil in dichtem Nebel darauf. 10 Personen verstarben am Unfallort; 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bei diesem Einsatz musste die Feuerwehr unter Beweis stellen, dass sie nicht nur die Brandbekämpfung beherrschte, sondern auch anderen Gefahren des Industriezeitalters gewachsen war.
Wie viele seiner Vorgänger musste Matthias Heck sein Amt aus beruflichen Gründen aufgeben. Mit dem neuen Jahrhundert kam auch ein neuer Wehrführer. Sein Name war Josef Flamm. Flamm war Amtsrentmeister und als Beamter fand er bei der Obrigkeit stets ein offenes Ohr, insbesondere was die technische Ausstattung der Wehr betraf. Nach siebenjähriger Amtszeit hinterließ er eine für damalige Verhältnisse vorbildlich ausgerüstete Freiwillige Feuerwehr. Flamm musste sein Amt wegen Versetzung aufgeben.
Als Nachfolger wurde der Gerolsteiner Kaufmann Peter Daubach-Marquet gewählt. Dass in der Feuerwehr der Glaube und das Brauchtum hochgehalten wurde, beweist die Tatsache, dass die Feuerwehr anlässlich der Einweihung des Krankenhauses eine Statue der hl. Elisabeth stiftete. Sie wurde von Peter Daubach-Marquet unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in einer rührigen Feier dem Krankenhaus übergeben.
Zwei Jahre später kam es zum 1. Weltkrieg; und damit zu schwierigen Zeiten für die Feuerwehr. Viele Wehrleute wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Gleichzeitig nahmen die Aufgaben der Feuerwehr zu.
1917 gab Daubach-Marquet nach 10jähriger Amtszeit die Führung der Wehr an Philipp Daubach ab. Als Feldwebel war Daubach in der Führung einer Einheit geübt. Es fiel ihm auch nicht schwer, die Feuerwehr in den Nachkriegswirren zusammenzuhalten. Der Feuerwehr kam in dieser Zeit der politischen Unruhen auch die Aufgabe zu, den Schutz der Bevölkerung zu übernehmen. Im Jahre 1925 übergab Philipp Daubach sein Amt an Peter Krämer, von Beruf Metzger.
Im Jahre 1926 erhielt die Feuerwehr Gerolstein als erste Wehr im Kreise Daun eine Motorspritze. Für damalige Verhältnisse war dies ein außergewöhnlicher Fortschritt, der allerdings auch ein Umdenken in der theoretischen und praktischen Ausbildung mit sich brachte. Nach im gleichen Jahr bestand die Motorspritze bei einem Brand in Müllenborn ihre „Feuerprobe“.
An Pfingsten des Jahres 1931 ging über Gerolstein ein Hagelunwetter ungewöhnlichen Ausmaßes nieder, das zu großen Überschwemmungen und zum Versagen der Kanalisation führte. Die Feuerwehr musste unzählige Keller leerpumpen.
Aus Gesundheitsgründen musste Peter Krämer sein Amt 1934 aufgeben. Der neue Wehrführer hieß Peter Schilli. Im gleichen Jahr wurde mit Josef Verfers ein Mitglied der Gerolsteiner Wehr zum Kreisfeuerwehrinspekteur gewählt. Verfers bekleidete dieses Amt über rd. 35 Jahre.
Im Jahre 1936 wurde anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt Gerolstein das neue Feuerwehrhaus beim Rathaus in der Hauptstraße eingesegnet. Damit standen der Wehr endlich Räume zur Verfügung, die ihren Anforderungen genügten. Wehrführer Peter Schilli verstarb 1937.
Die Führung der Wehr übernahm Jakob Hoffmann, genannt „Meuerisch Kobbes“. Er sollte diese Amt bis dahin am längsten ausüben. Die ersten Jahren seiner Amtszeit waren wohl die schwersten in der Geschichte der Wehr. Der bevorstehende 2. Weltkrieg warf sein Schatten voraus, in dem unter Verantwortung der Feuerwehr Verdunklungsübungen durchzuführen waren. Per Reichserlass wurde die Feuerwehr der Polizei angeschlossen; jeder Feuerwehrmann hatte die Rechte und Pflichten eines Hilfspolizisten und damit eine erheblich größere Verantwortung zu übernehmen. Bis 1941 wurden 22 aktive Wehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Diese Lücke musste durch Heranziehung der “Hitlerjugend“ geschlossen werden.
Im Jahre 1941 erhielt die Gerolsteiner Wehr neben einer neuen Pumpe ihr erstes Löschfahrzeug. Bis dahin rückte die Wehr mit Pferdefuhrwerken zu ihren Einsätzen aus. Das Löschfahrzeug überstand den Krieg unbeschadet, wurden 1945 allerdings von den amerikanischen Besatzungsmächten mitgenommen.
Ihren ersten kriegsbedingten Einsatz hatte die Feuerwehr am 03.07.1943, nachdem militärische Anlagen nahe des Friedhofes Sarresdorf bombardiert worden waren. Ende 1943, als sich eine höhere Zahl von Kriegseinsätzen abzeichnete, wurde die Wehr materiell aufgerüstet; sie erhielt einen neuen Anhänger mit dazugehörender TS 8-Pumpe. Als 1944 fast alle Wehrmänner zum Kriegsdienst einberufen waren, musste eine „Frauenwehr“ gegründet werden um den Brandschutz weiterhin sicherstellen zu können. Ihre Bewährungsprobe musste die Frauenwehr beim ersten großen Bombenangriff auf Daun am 19.07.1944 bestehen. Am 05.11.1944 stürzte eine V 2-Rakette über Gees ab und zerstörte einen Teil des Ortes. Neben der Brandbekämpfung wurde die Feuerwehr zur Bergung von Verletzten und Toten eingesetzt. Die größte Kriegskatastrophe ereignete sich aber an Weihnachten 1944: ein erster schwerer Angriff kam am Heiligen Abend, weitere Flächenbombardements am 26., 27. und 29.12. Eine organisierte Brandbekämpfung war kaum noch möglich, da sowohl die Wasserleitungen als auch viele Gerätschaften der Feuerwehr zerstört waren.
Nach dem Zusammenbruch begann Jakob Hoffmann sofort mit dem Wiederaufbau der Feuerwehr. Im stand noch eine defekte TS-8 Pumpe zur Verfügung, die trotz fehlender Ersatzteile wieder einsatzfähig gemacht wurde. Das zerstörte Feuerwehrhaus wurde wieder hergerichtet. Der Feuerwehr fehlten jedoch 24 Kameraden, die im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft geraten waren.
Das erste Fahrzeug nach dem Krieg erhielt die Feuerwehr 1949. Es war ein LF 8 mit Vorbaupumpe, das Fahrzeug trugt den Spitznamen „Pamir“.
Nachdem die Kriegswirren überwunden waren und die Feuerwehr wieder in allen Bereichen funktionierte, fand man auch wieder Zeit zum Feiern: 1952 fand das 70jährige Stiftungsfest der Feuerwehr statt. In Jahr später - 1953 - erfolgte die Wiederverleihung der Stadtrechte. Bei diesen Feierlichkeiten leistete die Feuerwehr einen besonderen Beitrag zur Organisation und zum reibungslosen Ablauf. 1957 fand in Gerolstein ein Kreisfeuerwehrtag statt.
Im Jahre 1958 nahm die Feuerwehr an einem internationalen Feuerwehrwettbewerb teil und belegte dort den 2. Platz. Diese Jahre waren auch die Hochzeit des „Spielmannszuges der Feuerwehr Gerolstein“. Unvergessen sind die vielen Fahrten zu auswärtigen Musik- und Feuerwehrfesten, insbesondere zu der befreundeten Feuerwehr in Auerbach (Bergstraße). In diesen Jahren war der Spielmannszug zweifellos einer besten in Rheinland-Pfalz.
Kreisfeuerwehrinspekteur Josef Verfers setzte sich in seiner langen Amtszeit sehr dafür ein, dass in allen Dörfern eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Ihm ist es auch zu verdanken, dass für die Feuerwehr Gerolstein 1959 ein Ford-Kleinlöschfahrzeug (LF 8) und 1960 endlich ein Tanklöschfahrzeug angeschafft werden konnten.
Nach 24-jährige Amtszeit trat Jakob Hoffmann 1961 von seinem Amt zurück. Auf Grund seiner Verdienste wurde er zum Ehren-Oberbrandmeister der Feuerwehr Gerolstein ernannt. Sein Nachfolger wurde der Schreinermeister Johann Regnery. Regnery übernahm von seinem Vorgänger zugleich das Amt des Amtsbrandmeisters.
Im Jahre 1968 konnte die Feuerwehr Gerolstein in ein neues Feuerwehrhaus am alten Marktplatz umziehen. Im gleichen Jahr legte Josef Verfers nach 35 Jahren sein Amt als Kreisfeuerwehrinspekteur nieder. Seine großen Verdienste um das Feuerwehrwesen wurden u. a. mit dem goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichen sowie mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Auch nach seinem aktiven Dienst blieb Verfers der Feuerwehr Gerolstein eng verbunden, z.B. lange Jahre als Kassierer.
Mit Willi Kepler wurde ein weiteres Mitglied der Feuerwehr Gerolstein als Nachfolger von Josef Verfers zum Kreisfeuerwehrinspekteur berufen.
Zu erwähnen ist, das die Feuerwehr im Jahre 1969 eine neue Fahne erhielt, die auch heute noch bei entsprechenden Anlässen mitgeführt wird. Die alte Fahne war während des Krieges beschädigt worden.
Nach dem Umzug in das neue Feuerwehrhaus wurden ein Mannschaftstransportfahrzeug sowie der erste Unfallhilfswagen im Kreise Daun angeschafft. Diese Fahrzeug wurde 1977 mit einer großen Rettungsschere ausgestattet.
Nach dem Fest zum 90-jährigen Bestehen im Jahre 1972 übergab Johann Regnery sein Amt als Wehrführer in die Hände von Karl Feltes. Karl Feltes war als Klärmeister an der Kläranlage Lissingen tätig. Er hatte sein Metier bei der Feuerwehr von der Picke auf gelernt; in handwerklichen und technischen Fragen konnte ihm keiner etwas vormachen.
Im Jahre 1973 übernahm mit Othmar Zimmermann ein aktives Mitglied der Feuerwehr Gerolstein von Johann Regnery das Amt des Amtsbrandmeisters.
Die technische Ausrüstung der Feuerwehr wurde weiter verbessert. 1974 wurde ein Ölwehrfahrzeug angeschafft und damit die Einsatzfähigkeit im technischen Bereich erheblich verbessert. Hinzu kam 1978 das bis dahin einzige „Großtanklöschfahrzeug“ im Kreise Daun.
Auf dem Gebiet des Atemschutzes sowie
für die Ausstattung mit Funk und mit Funkmeldeempfänger wurde Ende der 70iger / Anfang der 80iger Jahre erheblich investiert.
Durch die Umstellung auf die
Anlässlich des 100jährigen Jubiläums fand Ende August 1982 in Gerolstein wieder ein Kreisfeuerwehrtag statt.
Das Amt des Wehrführers übergab Karl Feltes aus Altersgründen am 28.05.1984 an Ernst Krämer. Ernst Krämer ist wie sein Vorgänger ebenfalls Leiter der Kläranlage Lissingen. Karl Feltes war als Ehren-Oberbrandmeister bis zu seinem Tode im Jahre 1994 weiterhin eng mit der Feuerwehr verbunden.
Die Erneuerung und Erweiterung des Fahrzeug- und Gerätebestandes setzte sich in rasanter Weise fort: 1984 wurde der Rüstwagen RW 1 angeschafft; er ersetzte den inzwischen überalterten Unfallhilfswagen. 1988 bekam die Feuerwehr Gerolstein ihre Drehleiter. Ein Einsatzleitfahrzeug wurde 1991 in Eigenleistung gebaut. Im gleichen Jahr kam ein Löschfahrzeug LF 16/12 hinzu. Die letzte Fahrzeugbeschaffung war 1997 der GW-G1, ein Mehrzweckfahrzeug, das den über 20 Jahre alte Ölwehrwagen ersetzte.
Das närrische Jubiläum „111 Jahre Feuerwehr Gerolstein“ nahm Wehrführer Ernst Krämer 1993 zum Anlass, um sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen: er wurde Karnevalsprinz.
Die Feuerwehr hat sich unter Führung von Ernst Krämer wesentlich verjüngt. Der Grund hierfür liegt insbesondere in der guten Arbeit der Jugendfeuerwehr, welche die jungen Leute für die Arbeit der Feuerwehr interessiert und auf den späteren aktiven Dienst in der Feuerwehr vorbereitet.
Zur Förderung und Unterstützung der Feuerwehr in der Vereinsarbeit wurde am 18.07.1998 der „Verein der Freunde und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Gerolstein“ gegründet. Vorsitzender des Vereins ist Othmar Zimmermann, langjähriges Mitglieder der aktiven Feuerwehr. Der Verein ist bemüht, neben den vielen aktiven Feuerwehrleuten auch fördernde Mitglieder zu gewinnen, welche die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen wollen.
Seit Anfang der 90-iger Jahre bemüht sich die Feuerwehr um ein neues Feuerwehrhaus. Das Feuerwehrgerätehaus am Markplatz war seit vielen Jahren wegen der ständigen Erweiterung des Fahrzeug- und Geräteparks sehr beengt und befand sich zuletzt in einem baulich schlechten Zustand.
Der Bau eines neuen Feuerwehrhauses an der Lissinger Straße wurde Mitte 1997 vom Verbandsgemeinderat beschlossen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. April 1998; Richtfest konnte bereits im September des gleichen Jahres gefeiert werden.
Mit der Einweihung am 03. Mai und dem „Tag der offenen Tür“ am 06. Mai 2000 geht für die Feuerwehr der langgehegte Wunsch nach optimalen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in Erfüllung.
Mit diesem bedeutenden Ereignis wird aber auch ein weiterer Wechsel an der Spitze unserer Feuerwehr vollzogen. Ernst Krämer wird im August diesen Jahres Othmar Zimmermann als Wehrleiter der Verbandsgemeinde ablösen und aus diesem Grunde sein Amt als Wehrführer zur Verfügung stellen. Wehrleiter Zimmermann musste dieses Amt altersbedingt abgeben. Für die Nachfolge im Amt des Wehrführers wurde Karl-Heinz Kunze von seinen Kameraden gewählt. Die offizielle Übergabe der Wehrführung an Karl-Heinz Kunze wird im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten für das neue Feuerwehrhaus erfolgen.
Die Geschichte der Feuerwehr Gerolstein wird künftig in einem neuen, modernen Feuerwehrhaus und unter neuer Führung fortgeschrieben. Es bleibt zu wünschen, dass sich die Feuerwehr dabei ihrer langjährigen, ereignisreichen Geschichte bewusst bleibt.
Im Sommer 2005 musste Ernst Krämer sein Amt als Wehrleiter aus Gesundheitlichen Gründen niederlegen. Sein Nachfolger wurde schon wie im Jahre 2000, als es um das Amt des Wehrführers ging Karl-Heinz Kunze. Als neuer Wehrführer wurde Andreas Hoffmann von denn Kameraden gewählt.
Frühere Gerätehäuser
Der Einzug in das neue Feuerwehrhaus an der Lissinger Straße sollte Anlass sein, einmal die früheren Gerätehäuser darzustellen. Genau wie Fahrzeuge und Geräte stehen auch sie als Kennzeichen für die allgemeine Entwicklung.
Über das erste Feuerwehrgerätehaus (FGH) nach der Gründung 1882 gibt es nur vage Angaben. Es kann davon ausgegangen werden, dass es bei der St.-Anna-Schule stand. Die Schule stand auf dem heutigen Parkplatz ”Normaluhr” mit dem westlichen Giebel Richtung Burgstraße. Hierin waren eine Handdruckspritze, Leitern und die persönliche Ausrüstung untergebracht. 1883 brannte die danebenstehende Schule.
Bekannt ist, dass sich das Gerätehaus
später im Erdgeschoß der St.-Anna-Schule befand, wie aus dem Bild zu ersehen ist. Die Ausfahrt war auf die unmittelbar vorbeiführende
Hauptstraße. Hier war auch eine pferdebespannte Handruckspritze, Leitern und sonstiges Gerät eingestellt.
1926 erhielt die Wehr als erste im Kreis Daun eine motorbetriebene Pumpe (TS 6) mit dem dazugehörenden Anhänger. Das besondere an dem Anhänger war seine Abprotzeinrichtung . Pumpe und Anhänger sind heute noch vorhanden und können bei der Einweihung besichtigt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die pferdebespannte Handdruckpumpe noch viele Jahre, besonders bei großen Bränden, neben der Motorpumpe zum Einsatz kam.
Das nächste Gerätehaus wurde östlich
des alten Rathauses an der Hauptstraße errichtet. Zum Richtfest 1935 erschienen der Provinzial-Feuerwehrführer Wolf
und Landrat Dr. Wirtz. Die Einweihung fand anlässlich der 600-Jahr-Feier der Gemeinde Gerolstein am 24. 5. 1936
Nach dem Krieg waren die verbliebenen Geräte zunächst in der Scheune von Josef Schildgen (Reginen) an der Müllenport untergestellt.1946 ”Das zerstörte Gerätehaus wurde in unermüdlicher Arbeit wieder einigermaßen hergerichtet”, in den folgenden Jahren wiederaufgebaut und am 22.10.1951 wieder eingeweiht. Jetzt konnte das 1949 gekaufte Löschfahrzeug mit Vorbaupumpe (LF 8) und die weiter ergänzten Geräte mit der pers. Ausrüstung ordnungsgemäß untergebracht werden. Die im Berg stehende Rückwand blieb jedoch feucht bis nass, was sich nachhaltig auf die gesamte Ausrüstung (Schimmel, Rost) auswirkte.
Der rasante Wiederaufbau nach dem Krieg
und die vielen Wald- und Wiesenbrände veranlassten die seit 1953 wieder zur Stadt erhobene
Die jetzt herrschende Enge zwang die
Stadt zu einem weiteren Neubau. Die schlechte Erfahrung mit einer feuchten Bergwand ließen die zunächst favorisierte Baustelle
”Im Rondell” ausscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf den alten Markplatz, der seine Nutzung verloren hatte. Gründungsprobleme
zwangen zur Kürzung der Stellplatztiefe von 12 auf 10 m. Das neue Gebäude umfasste 4 Fahrzeug-Stellplätze, 1 Unterrichtsraum,
erstmals Toiletten sowie1 Wasch- und Duschraum und eine Hausmeisterwohnung.
Bereits nach 20 Jahren hatte die bauliche
und technische Entwicklung auch dieses FGH überholt. Zunächst behalf man sich noch mit 5 Fahrzeugen auf 4 Stellplätzen.
Nach Anschaffung der Drehleiter (DL 18/12) war das nicht mehr möglich. 2 kleine Fahrzeuge und Katastrophengerät mussten
in die ab 1. Aug. 1990 angemieteten zwei Garagen Daubach in der Unteren Marktstraße ausgelagert werden. Nach Ablösung des
Unfallhilfswagens (UHW) durch einen Rüstwagen (RW 1) wurde eine Fertiggarage neben das FGH gestellt, Größe 7,43 x 3,66 m,
Torhöhe 3,00 m, Kosten 10.152 DM. Nachdem später die Fertiggarage bei der FF Müllenborn frei war, versetzten die Wehrmänner
diese noch neben die vorhandene Fertiggarage, so dass hierin das neue Mehrzweckfahrzeug untergebracht werden konnte, welches
den Gerätewagen Öl (GW G-Öl) ablöste und als Gefahrstoffwagen (GW G 1) eingesetzt
Damit waren Fahrzeuge und Geräte auf 3 Standorte verteilt, unabweisbare Zwänge für den jetzigen Neubau. Als Letztes kam 1999 die persönliche Ausrüstung der neu gebildeten zusätzlichen Tageseinsatzbereitschaft, welche sich aus den auswärtigen Feuerwehrmännern bei Stadt und Verbandsgemeindeverwaltung zusammensetzt, hinzu.
An dieser Stelle ein Dank an die “Heldner” Nachbarschaft, die sich zu keiner Zeit über Störungen beschwerten, welche mit der größer werdenden Feuerwehr zunahmen, und auch keinen Anstoß an den fast auf der Straße sich umziehenden Wehrmänner nahm.
Übungstürme waren bis vor dem Krieg an der Oberen Marktstraße und danach auf dem bergseitigen Schulhof der St.-Josef-Schule. Letzterer wurde Ende der 60er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen.
Damit sind wir beim heutigen Neubau angelangt Wir sind zuversichtlich, dass Grundstück, Bauform und Bauweise auch den nicht vorhersehbaren Anforderungen der nächsten Generationen noch gerecht werden.
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 24. März 2008 ) |

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